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Fluch der Karibik
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Fluch der Karibik (Originaltitel Pirates of the Caribbean: The Curse of the Black Pearl) ist ein US-amerikanischer Piratenfilm von Gore Verbinski aus dem Jahr 2003 und der erste Teil der Filmreihe Pirates of the Caribbean. Produzent war Jerry Bruckheimer.
Contents
âą Handlung
âą Produktion
âą Pastiches
âą Drehorte
âą Soundtrack
âą Synchronisation
âą Rezeption
âą Kritik
âą Auszeichnungen
âą Fortsetzungen
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Handlung
Im 18. Jahrhundert findet ein britisches Schiff mitten auf dem Meer, zwischen den TrĂŒmmern eines anderen Schiffs, den im Wasser treibenden Jungen Will Turner. Um seinen Hals trĂ€gt er ein Medaillon. Als Will an Bord geholt wird, entdeckt Elizabeth Swann, die etwa gleichaltrige Tochter des britischen Gouverneurs der Insel Port Royal, das Medaillon. Da darauf ein Totenkopf abgebildet ist, fĂŒrchtet sie, Will sei ein Pirat und man könne ihn am Medaillon als solchen erkennen. Sie nimmt deshalb das GoldstĂŒck heimlich an sich.
Acht Jahre spĂ€ter arbeitet Will als Geselle eines Waffenschmieds im karibischen Hafen Port Royal, in dem Elizabeth mit ihrem Vater lebt. Eines Tages kommt der Pirat Jack Sparrow unerkannt auf die Insel. Kaum ist er an Land gegangen, stĂŒrzt Elizabeth â durch ein enges Korsett am Atmen gehindert â ohnmĂ€chtig von einer Festungsmauer ins Meer. Jack kann Elizabeth retten, wird jedoch von Commodore Norrington, der Elizabeth gerade einen Heiratsantrag machen wollte, als Pirat erkannt und verhaftet. Norrington macht abfĂ€llige Bemerkungen darĂŒber, dass Jack nur einen Schuss in seiner Pistole, kein SchieĂpulver und einen Kompass habe, der nicht Richtung Norden zeige. Bei der ersten sich bietenden Gelegenheit nimmt Jack Elizabeth kurzzeitig als Geisel und entkommt den königlichen Truppen. Um sich zu verstecken, bricht er in eine Schmiede ein und befreit sich von den Ketten. Will kommt zurĂŒck und bemerkt, dass sich in seiner Abwesenheit etwas geĂ€ndert hat. Jack bedroht ihn mit seinem SĂ€bel, will aber nicht gegen ihn kĂ€mpfen, da er auf der Flucht ist. Will fordert Jack aber heraus, was Jack durch Taktieren zu einem kurzen Duell machen will, als er in der NĂ€he des Ausgangs steht. Will hindert ihn jedoch daran, indem er mit einem geschleuderten SĂ€bel den TĂŒrriegel blockiert. Als Jack zur HintertĂŒr gehen will, stellt sich Will ihm in den Weg. Es gelingt ihm, Jack zu entwaffnen, worauf dieser seine Pistole zieht. Will beschuldigt ihn des Schwindels in einem fairen Kampf, woraufhin Jack antwortet, dass er ein Pirat sei. Die königlichen Truppen versuchen, in die Schmiede zu gelangen, woraufhin Jack sagt, dass der Schuss, den er habe, nicht fĂŒr Will bestimmt sei. Daraufhin wird er vom betrunkenen Schmiedemeister, der wĂ€hrend der ganzen Szene geschlafen hat, mit einer Flasche niedergeschlagen und von den eindringenden königlichen Truppen erneut verhaftet.
Bei ihrem Sturz ins Meer trug Elizabeth Wills Medaillon bei sich. WĂ€hrend sie langsam zum Meeresgrund sank, sandte es eine Schockwelle aus und ein starker Wind kommt auf. In der folgenden Nacht ĂŒberfĂ€llt die unter einem Fluch stehende Besatzung der Black Pearl die Inselbewohner und entdeckt bei Elizabeth das goldene Medaillon. Elizabeth beruft sich auf das Recht des Parley (französisch fĂŒr âsprechenâ, âredenâ), bei dem Verhandlungen zwischen Angegriffenen und dem PiratenkapitĂ€n möglich sind. Um nicht als Tochter des Gouverneurs erkannt zu werden, gibt sie sich als Elizabeth Turner aus. Sie wird zur Black Pearl gebracht. Zwei Piraten dringen in das Fort ein, wo sie hoffen, die Waffenkammer zu finden, jedoch nur in das GefĂ€ngnis kommen. Dort treffen sie Jack, der bisher geglaubt hat, der Fluch sei nur eine Legende, bis einer der Piraten seinen Arm durch die GitterstĂ€be steckt und dieser im einfallenden Mondlicht zu einem Skelett wird.
Am nĂ€chsten Tag planen Norrington und seine MĂ€nner das weitere Vorgehen, was Will nicht schnell genug geht, weil er Elizabeth in Gefahr sieht. Er wird jedoch barsch abgewiesen, da er nur ein Schmied sei und diese Operation gut durchgeplant werden mĂŒsse. Will bittet daraufhin Jack, ihm mit seinen Piratenkenntnissen bei der Suche nach Elizabeth zu helfen, da er sie liebt. Jack verspricht seine Hilfe, woraufhin Will ihn aus dem GefĂ€ngnis befreit. TatsĂ€chlich aber will Jack Will dazu benutzen, die Black Pearl wiederzugewinnen.
Die beiden starten ein TĂ€uschungsmanöver, indem sie das Flaggschiff der Navy, die Dauntless, kapern und das Ruder blockieren, so dass das Schiff im Kreis segelt. Die Interceptor, das schnellste Schiff der Flotte, nimmt die Verfolgung auf und erreicht die Dauntless schnell. Alle Besatzungsmitglieder stĂŒrmen auf die Dauntless. Unterdessen schwingen sich Jack und Will auf die Interceptor, kappen die Leinen und segeln aus dem Hafen zur Verfolgung der Black Pearl. Auf dem Weg erfĂ€hrt Will einen GroĂteil der Vorgeschichte: Jack war in der Karibik KapitĂ€n des Piratenschiffs Black Pearl. Als die Besatzung des Schiffs unter der FĂŒhrung des Ersten Maats Barbossa meuterte, wurde Jack auf einer einsamen Insel ausgesetzt. Die Piratenehre gebietet es, einem Ausgesetzten eine Pistole mit einem Schuss zu ĂŒberlassen, damit er nicht verhungern muss, sondern sich gegebenenfalls selbst erschieĂen kann. Diese Pistole mit einem Schuss trĂ€gt Jack noch immer bei sich.
Nach einem Umweg ĂŒber die Pirateninsel Tortuga, auf der Jack eine neue Besatzung fĂŒr die Interceptor verpflichtet, gelangen sie bei der Verfolgung der Black Pearl auf die Isla de Muerta. Zwischenzeitlich erfĂ€hrt man, was es mit dem Fluch auf sich hat: Nach der Meuterei gegen Jack stahl die Besatzung der Pearl aus einer Höhle auf der Insel Isla de Muerta (wohl nach Isla de la Muerte, spanisch fĂŒr âInsel des Todesâ) einen Aztekenschatz, der aus den RaubzĂŒgen des spanischen Konquistadors HernĂĄn CortĂ©s stammt. Auf diesem Schatz lastet ein Fluch, der die gesamte Besatzung in Untote verwandelt, die im Mondschein die Gestalt von Skeletten annehmen und denen der Genuss an Essen und Trinken genommen wurde. Der Fluch kann nur gebrochen werden, indem das gesamte Aztekengold an den Fundort zurĂŒckgebracht wird; zusĂ€tzlich mĂŒssen alle, die etwas von dem Gold an sich genommen haben, einen Blutpreis zahlen.
Alles Gold bis auf ein einziges Medaillon wurde zurĂŒckgebracht und der Blutpreis von allen Piraten der Black Pearl bezahlt, mit Ausnahme von Bill Turner (Stiefelriemen Bill), der eine der GoldmĂŒnzen aus Protest gegen die Meuterei seinem kleinen Sohn Will sandte und dafĂŒr im Meer versenkt wurde. Deshalb sucht die Besatzung nun das Blut eines Nachfahren von Turner und natĂŒrlich jenes Medaillon, weshalb sie Elizabeth entfĂŒhrt haben. Dort angekommen wollen die untoten Piraten den fehlenden Blutpreis mit Elizabeths Blut bezahlen. Das misslingt jedoch, da Elizabeth nicht die gesuchte Nachfahrin des Piraten Turner ist. In der Aufregung um den Fehlschlag gelingt es Will, mit Elizabeth und der Besatzung der Interceptor zu fliehen. Jack hingegen wird von den Piraten gefangen genommen. Mit ihm an Bord nimmt die Besatzung der Black Pearl die Verfolgung der Interceptor auf.
In einer Seeschlacht wird die Interceptor versenkt, ihre Besatzung sowie Will und Elizabeth werden gefangen genommen. Um Elizabeth zu helfen, offenbart Will den Piraten, dass er der gesuchte Nachfahre Turners ist. Die Piraten setzen Elizabeth und Jack auf derselben einsamen Insel aus, auf der sie Jack schon einmal ausgesetzt hatten. Barbossa kommentiert, dass er zwar zugestimmt habe, Elizabeth und Jack freizulassen, aber nicht spezifiziert wurde, wo und wann. Auf der Insel offenbart Jack, dass diese von Rumschmugglern als Lager genutzt wurde und dass er nur drei Tage dort blieb, bis die Schmuggler auftauchten und ihn mitnahmen. Nach einer durchzechten Nacht mit dem verbliebenen Rum macht Elizabeth durch ein groĂes Feuer ein Schiff der britischen Marine auf sie aufmerksam â es ist die Dauntless unter FĂŒhrung von Commodore Norrington, der sich mittlerweile auf die Suche nach Elizabeth begeben hatte. Elizabeth und Jack werden an Bord genommen und ĂŒberreden Norrington, die Verfolgung der Black Pearl aufzunehmen. Sie teilen ihm allerdings nicht mit, dass die Piraten Untote sind.
An der Isla de Muerta eingetroffen, ĂŒberzeugt Jack den Commodore, dass er die Schatzhöhle allein aufsuchen und die Piraten dazu ĂŒberreden werde, herauszukommen, um sie so in einen Hinterhalt zu locken. Bei den Piraten angekommen, verrĂ€t Jack ihnen jedoch den Hinterhalt und gewinnt AnfĂŒhrer Barbossa fĂŒr den Plan, das Schiff der britischen Marine zu kapern und in eine von KapitĂ€n Barbossa angefĂŒhrte Flotte einzugliedern. Jack wĂŒrde dann wieder KapitĂ€n der Black Pearl werden. Fast alle Piraten begeben sich daraufhin zum Schiff der EnglĂ€nder und beginnen ein Gefecht mit den Marinesoldaten. Unterdessen befreit Jack in der Höhle Will und beginnt ein Degenduell mit dem dort verbliebenen Barbossa. Heimlich hat Jack eine der GoldmĂŒnzen des Aztekenschatzes an sich genommen und ist so auch untot geworden, weshalb er und Barbossa sich nicht gegenseitig töten können. Will kann schlieĂlich den Fluch aufheben, und Jack erschieĂt den nun sterblichen Barbossa. Die gegen die EnglĂ€nder kĂ€mpfenden Piraten ergeben sich, da auch sie nun verwundbar sind.
ZurĂŒck im Hafen von Port Royal soll Jack fĂŒr seine Verbrechen gehĂ€ngt werden, doch Will und Elizabeth ermöglichen ihm in letzter Sekunde die Flucht auf die Black Pearl. WĂ€hrend Will und Elizabeth sich ihre Liebe gestehen, segelt Jack auf der Black Pearl auf die offene See hinaus. Nach dem Abspann sieht man, wie der Affe von Barbossa auf der Isla de Muerta eine der AztekenmĂŒnzen aufnimmt und wieder untot wird.
Produktion
Das Drehbuch des Films stammt von Ted Elliott und Terry Rossio. Zu Beginn der 1990er-Jahre wurde es den Leitern der Walt Disney Company vorgelegt, allerdings lehnten diese eine Verfilmung zunÀchst ab.
Die Produktion des Films kostete 140 Millionen US-Dollar (120,5 Mio. Euro; 112,2 Mio. Schweizer Franken). ZusĂ€tzlich wurden 40 Millionen US-Dollar (34,4 Mio. Euro; 32,1 Mio. Schweizer Franken) fĂŒr Werbung ausgegeben. Viele Mitwirkende litten an Seekrankheit, was die Dreharbeiten erschwerte.
An einem Drehort brach ein Brand aus, der einen Schaden von 350.000 US-Dollar (301.000 Euro; 281.000 Schweizer Franken) verursachte.
Pastiches
Der Film enthÀlt Pastiches als Hommagen an andere Filme: Die Szene, in der Jack Sparrow auf dem sinkenden Schiff in den Hafen Port Royals einlÀuft, ist eine Hommage an den Buster-Keaton-Film Der Navigator von 1924. Die Szene, in der Sparrow und Turner unter dem Ruderboot auf dem Meeresgrund langlaufen, stammt aus dem 1952 gedrehten Film Der rote Korsar mit Burt Lancaster.cite-ref-imdb-3-0[3] Das Motiv des erzwungenen gemeinsamen Abendessens mit Barbossa und das Kleid, das Elizabeth dazu tragen muss, stammen aus JÀger des verlorenen Schatzes.cite-ref-4[4]
Sowohl Kulissen als auch einzelne markante Filmszenen weisen, wie die Disney-Filme Im Jenseits sind noch Zimmer frei und Die Geistervilla, absichtlich Parallelen zu einer Attraktion in den Disney-Freizeitparks auf. Die Park-Attraktion Pirates of the Caribbean diente als Vorlage. Die Szene, in der die im GefĂ€ngnis einsitzenden Piraten versuchen, einen Hund, der einen SchlĂŒsselbund im Maul hĂ€lt, mit Hilfe eines Knochens anzulocken, war Bestandteil der Park-Attraktion. Gleiches gilt fĂŒr eine Filmszene, in der Jack Sparrow den Piraten Gibbs in einem Stall, von Schweinen umringt, schlafend vorfindet. Ăberdies hat man die BĂŒhnenbilder von Tortuga sowie der Höhle auf der Isla de Muerta den Kulissen der Attraktion angepasst. Nach dem groĂen Filmerfolg wurde die Attraktion in dem Themenpark in Orlando erneuert und Teile der Handlung des Films eingebaut.
Das Lied Yo Ho (A Pirateâs Life For Me) wurde 1967 als Titellied der Park-Attraktion von George Bruns komponiert, der Text stammt von Xavier Atencio in Anlehnung an die ErzĂ€hlung Dead Manâs Chest in Robert Louis Stevensons Roman Die Schatzinsel (1881). Das Lied wird zu Beginn des Films von Elizabeth wĂ€hrend der Ăberfahrt von England, spĂ€ter von Elizabeth und Jack gemeinsam auf der Insel, auf der sie ausgesetzt werden, sowie in der Schlussszene von Jack gesungen.
Vince Lozano stellt den Piraten Jacoby dar, dessen Bart stÀndig brennt. Als Vorlage diente der reale Pirat Blackbeard, der sich vor Schlachten brennende Lunten in den Bart band.
Drehorte
Um die AuthentizitĂ€t zu wahren, wollte Verbinski den Film in der Karibik drehen. Das stellte sich als schwierig heraus, weil viele Orte stark besiedelt oder touristisch erschlossen waren. SchlieĂlich entschied man sich fĂŒr das vergleichsweise gering besiedelte St. Vincent. Man lieĂ dort in der Ankerbucht Wallilabou Bay an der WestkĂŒste der Insel Bootsstege und GebĂ€ude als Kulissen fertigen. Mehrere hundert Einheimische wurden als Komparsen angestellt.
In dem ehemaligen Meeres-Themenpark Marineland in Kalifornien wurde aus Zement und GipswĂ€nden ein Fort fĂŒr den Hafen von Port Royal errichtet. Der Drehort wurde wegen der Ăhnlichkeit der SonnenverlĂ€ufe in Marineland und St. Vincent gewĂ€hlt.
Das Haus des Gouverneurs konnte kein reales sein, da es im Film von den Piraten in Brand gesetzt und teilweise zerstört werden sollte. Aus diesem Grund baute man die inneren RÀumlichkeiten in den Raleigh Studios in Manhattan Beach und errichtete eine Fassade in Marineland, die in Brand gesetzt werden konnte.
Spezialeffekte bei Schiffen und Piraten
Spezialeffekte wurden auch bei der Visualisierung des Piratenschiffs Black Pearl und zweier MilitĂ€rschiffe, der Interceptor, des schnellsten Kriegsschiffs der damaligen britischen Flotte, und der 50 m langen Dauntless, eines groĂen britischen Linienschiffes mit hundert Kanonen an Bord, eingesetzt.
Der Black Pearl wollte Gore Verbinski Symbolcharakter verleihen, indem er sie als eine Art Geisterschiff mit zerschlissenen Segeln darstellte. Sie wurde im Spruce Goose Dome in Long Beach konstruiert. Tests hatten gezeigt, dass der Dreh auf offener See sehr gefĂ€hrlich war, daher wurden einige Dreharbeiten in den Spruce Goose Dome verlegt. Die Takelage weist allerdings zahlreiche Anachronismen auf â so ist z. B. die Gaffel in einer Weise getakelt, die wĂ€hrend der ersten Jahrzehnte des 18. Jahrhunderts ĂŒblich war, wĂ€hrend alle anderen Schiffrisse mindestens aus den 1770er Jahren datieren.
Mangels VerfĂŒgbarkeit von realen Schiffen in einer der Dauntless vergleichbaren Kategorie, wie etwa die Victory im Museumshafen von Portsmouth, wurden fĂŒr die Dreharbeiten Modelle und Kulissen des Bugs, Mittel- und Heckabschnitts fĂŒr GroĂaufnahmen auf einen Lastkahn montiert und im Endschnitt mittels CGI-Technik verknĂŒpft.
Die Interceptor wurde durch die Brigg Lady Washington dargestellt, die fĂŒr die Filmaufnahmen in die Karibik gesegelt werden musste. Die Lady Washington ist eine Reproduktion des ersten US-amerikanischen Schiffs, das 1789 an der pazifischen NordwestkĂŒste anlegen konnte. FĂŒr die Aufnahmen wurde die AuĂenseite der Lady Washington neu gestrichen, um ihre Schiffsfarben im Schwarzblau-Ocker-Karocite-ref-5[5] der britischen Marine zu Anfang des 18. Jahrhunderts als Interceptor an die der Dauntless anzupassen. AuĂerdem wurden die SchiffsrĂ€ume verĂ€ndert und neue StĂŒckpforten fĂŒr die speziell angefertigten Kanonen sowie ein âhistorischesâ Steuerrad eingebaut. Die Arbeiten an dem Schiff dauerten 49 Tage. Auch fĂŒr die Interceptor konnte nicht gĂ€nzlich auf ein Modell verzichtet werden, da es Szenen zu drehen gab, die man mit der Lady Washington nicht realisieren wollte. Zum Beispiel hĂ€tte die Lady Washington Dreharbeiten fĂŒr auĂergewöhnlich heftige Sturm-Szenen kaum unversehrt in Orkanen auf offener See ĂŒberstanden.
Die Szenen mit den Miniaturmodellen wurden in einem 20 Meter mal 40 Meter groĂen und 1 Meter tiefen Wasserbecken gefilmt. Man entschloss sich fĂŒr diese Art des Filmens, weil es auf dem offenen Meer zu teuer und zu gefĂ€hrlich gewesen wĂ€re. AuĂerdem benötigten einige Szenen das Sprengen von Schiffen. Die Schiffsmodelle wurden mit Hilfe von Unterwasservorrichtungen bewegt. Um einen Sturm auf offener See zu simulieren, wurden groĂe Ventilatoren, Wassertanks, die ca. 3000 Kubikmeter Wasser fassten, sowie zwei Wellenmaschinen benutzt. Jerry Bruckheimer hatte ursprĂŒnglich vor, den Wassertank zu mieten, der fĂŒr die Dreharbeiten von Titanic benutzt worden war. Allerdings war dieser gerade belegt, da Peter Weir dort Szenen fĂŒr seinen Film Master & Commander â Bis ans Ende der Welt realisierte.cite-ref-imdb-3-1[3]
Bei der Gestaltung der Piratenskelette blieben typische Ă€uĂere Merkmale der dargestellten Personen erhalten, indem sie mittels Motion Capture auch auf das jeweilige Skelett, das per CGI erstellt wurde, ĂŒbertragen wurden. Um die verschiedenen VerwesungszustĂ€nde darzustellen, wurde (frisches) Truthahnfleisch fotografiert und die jeweilige Fleischstruktur auf die Knochen der Skelette ĂŒbertragen. Hinzu kamen Details wie Fleischfetzen oder Haare. Die Skelette wurden in den Film eingebaut, indem man eine Aufnahme der Schauspieler, die durch Skelette ersetzt werden sollten, als Vergleich sowie eine Aufnahme bei gleicher Kameraeinstellung, aber ohne die Schauspieler filmte, in die dann die computergenerierten Skelette eingesetzt wurden.
KostĂŒme und Masken
Gore Verbinski wollte es laut eigenen Angaben vermeiden, Piraten durch Klischees, wie zum Beispiel Augenklappen, darzustellen. Stattdessen wollte er eher ihre unhygienische Lebensweise in den Vordergrund stellen. Die hauptverantwortliche KostĂŒmdesignerin wollte ihnen eine möglichst verwilderte Erscheinung geben, daher legte sie einige KostĂŒme zusammen mit Steinen in einen Betonmischer, damit diese zerschlissen aussahen.
FĂŒr das Make-up der Piraten trug man die Farben in Form von Fetten und Tinten in Schichten auf die Haut auf und tupfte die Farbe anschlieĂend ab. FĂŒr das Auftragen verwendete man keine SchwĂ€mme, sondern Pinsel, damit die Farbe besser in die Hautfalten gelangte.
Mackenzie Crook, der Darsteller des holzĂ€ugigen Piraten Ragetti, trug vor allem weiche Kontaktlinsen, die sein Holzauge veranschaulichen sollten. Allerdings wurden bei ihm auch je nach Situation hĂ€rtere Kontaktlinsen verwendet, die sein Auge gröĂer wirken lieĂen, so dass es aussah, als stĂŒnde es hervor. Lee Arenberg, der Darsteller des Piraten Pintel, trug gelbe Kontaktlinsen, um ihn furchterregender wirken zu lassen. Geoffrey Rush und Johnny Depp trugen ebenfalls Kontaktlinsen. Rushs Kontaktlinsen lassen seine Augen trĂŒbe aussehen. Johnny Depps Kontaktlinsen hatten eine praktische Funktion: Sie sollten seine Augen wie eine Sonnenbrille vor zu starkem Lichteinfall schĂŒtzen. Er trĂ€gt sie, wenn er in einer Szene gegen die Sonne blicken muss, um stĂ€ndiges Blinzeln zu vermeiden.
Vince Lozano stellt einen Piraten dar, dessen Bart stĂ€ndig brennt. Den Bart fertigte man aus Dreadlocks, in die man DrĂ€hte mit Kupferfassungen an den Enden einflocht. In die Fassungen wurden RĂ€ucherstĂ€bchen gesteckt, die man vor dem Dreh anzĂŒndete.
Soundtrack
UrsprĂŒnglich wurde Alan Silvestri als Komponist engagiert. Silvestri verlieĂ allerdings wegen Meinungsverschiedenheiten mit Produzent Jerry Bruckheimer recht frĂŒh das Projekt, weshalb sich Gore Verbinski an Hans Zimmer wandte. Dieser arbeitete jedoch gerade an der Musik zu Last Samurai und hatte versprochen, keine anderen Projekte anzunehmen.cite-ref-soundtrack-net-interview-6-0[6] Stattdessen empfahl er den damals recht unbekannten Komponisten Klaus Badelt. Dennoch arbeitete Zimmer mit Badelt an vielen Themen zusammen. Die Melodie komponierte er innerhalb einer einzigen Nacht,cite-ref-7[7] und erstellte ein vollstĂ€ndig synthetisiertes Demo, das einige Themen und Motive des Soundtracks enthĂ€lt.
Da die Musik innerhalb von drei Wochen fertiggestellt sein musste, engagierten Zimmer und Badelt sieben weitere Komponisten. Teile des Materials wurden von der Hollywood Studio Symphony, einem Filmmusikorchester, unter der Leitung von Blake Neely innerhalb von vier Tagen aufgenommen. GroĂe Teile der Filmmusik bestehen jedoch aus Samples und nicht aus Orchesteraufnahmen. Die Filmmusik wurde nur unter Badelts Namen sowohl auf der Soundtrack-CD als auch im Abspann veröffentlicht.
Wegen des kleinen, einfachen Orchesters und des knappen Zeitplans waren diese Aufnahmen wenig ĂŒberzeugend. Badelt und sein Team ĂŒberarbeiteten diese digital und fĂŒgten Soundeffekte sowie Aufnahmen eines Londoner Chors ein. FĂŒr die Veröffentlichung wurde der Soundtrack auf 43 Minuten gekĂŒrzt und thematisch gegliedert.
Die Musik ist hauptsÀchlich in d-Moll geschrieben und bedient sich in weiten Teilen eines simplen Orchesters, Kontrapunkte werden eher selten verwendet. Die Soundtracks der Fortsetzungen basieren auf der Arbeit zum ersten Film.
Die Musik findet auch auĂerhalb der Filme Anwendung. So wurde der Titel Barbossa is Hungry bei den Biathlon-WettkĂ€mpfen der Olympischen Winterspiele 2006 regelmĂ€Ăig gespielt, wenn die fĂŒhrende Person am SchieĂstand einlief. Auch bei Skisprung-Veranstaltungen oder bei Spielen der europĂ€ischen FuĂball-Champions League war der Titel bereits zu hören. AuĂerdem gehört dieser Titel zum Soundtrack der Wasserachterbahn Poseidon im Europa-Park, wo er im Wartebereich im Wechsel mit Titeln aus anderen Filmen zu hören ist.
Johnny Depp als Captain Jack Sparrow
Captain Jack Sparrow wird von Johnny Depp verkörpert, dem man bei der Darstellung des Charakters weitgehend kĂŒnstlerische Freiheit lieĂ. UrsprĂŒnglich war fĂŒr die Titelrolle Komiker Jim Carrey vorgesehen.cite-ref-8[8]
Johnny Depps charismatische Darstellung kann zu den HauptgrĂŒnden fĂŒr den auĂergewöhnlichen Publikumserfolg des Films gezĂ€hlt werden. Als Captain Sparrow schwankt er leicht beim Gehen und nuschelt bzw. lallt. Johnny Depp wurde bei der Darstellung seines Charakters wesentlich von Keith Richards, dem Gitarristen der Rolling Stones, beeinflusst. Depp lieĂ verlauten, Piraten seien die Rockstars ihrer Zeit gewesen. Da er Richards fĂŒr den gröĂten tatsĂ€chlichen Rockstar halte, habe es nahegelegen, den Charakter dieses Rockstars in die Rolle einzubauen. Zudem war Depp von PepĂ© le Pew, einer Cartoonfigur aus dem Hause Warner Bros., die ein zumeist hoffnungslos verliebt herum charmierendes Stinktier darstellt, beeinflusst worden, jedoch ist der Einfluss auf den Filmcharakter hier als geringfĂŒgig einzustufen.
Die deutsche Synchronstimme von Johnny Depp sollte zunĂ€chst von David Nathan, der ĂŒblicherweise Johnny Depp synchronisiert, ĂŒbernommen werden. Der zustĂ€ndige Supervisor entschied sich jedoch kurzfristig, den Part zusĂ€tzlich von Marcus Off aufnehmen zu lassen und die neue Version schlieĂlich auch fĂŒr den Film zu ĂŒbernehmen. Auch in den beiden folgenden Teilen ĂŒbernahm Marcus Off die deutsche Synchronisation Johnny Depps. Da Off aber fĂŒr die Synchronisation des vierten Teils mehr Gage verlangte, wurde er durch David Nathan ersetzt.
Veröffentlichung
Die Weltpremiere zu Fluch der Karibik fand am 28. Juni 2003 im Disneyland Resort in Kalifornien statt. Die Premiere fĂŒr die Ăffentlichkeit wurde am 9. Juli 2003 gefeiert. In Deutschland war der Film ab dem 2. September 2003 zu sehen. Die Altersfreigabe war von Land zu Land unterschiedlich. WĂ€hrend sie in Spanien bei 7 Jahren lag, durften in den Vereinigten Staaten wegen der Gewalt- und Actionszenen nur ĂŒber 13 Jahre alte Kinobesucher einer der Filmvorstellungen beiwohnen. In Deutschland war der Film ab 12 Jahren freigegeben.
Der Film erzielte am ersten Wochenende 46,6 Mio. US-Dollar Einnahmen. Bei geschĂ€tzten Produktionskosten von 140 Mio. Dollar spielte er bis zum Dezember 2021 654,26 Mio. US-Dollar ein, davon alleine 305,4 Mio. in den USA. Fluch der Karibik lief bis zum 8. Januar 2004 mehr als ein halbes Jahr lang im Kino, allein in Deutschland sahen den Film ĂŒber 6 Millionen Menschen.cite-ref-9[9]
Ab dem 2. November 2004 waren DVD und VHS im Handel erhÀltlich. Hierdurch steigerten sich die Einnahmen um 15 Millionen US-Dollar (12,9 Mio. Euro; 12 Mio. Schweizer Franken) aus dem Verleih. Die Verleihrechte liegen weltweit bei Walt Disney. In Deutschland vertreibt die Buena Vista International GmbH den Film.
ZusĂ€tzlich zum Film erschienen verschiedene Merchandisingartikel. So erschien am 10. Juli 2003 das Action-Adventure Fluch der Karibik fĂŒr Xbox und PC. Dieses Spiel wurde vom Spieleentwickler Bethesda Softworks entwickelt und ist der Nachfolger zu Sea Dogs. Der offizielle Entwicklungstitel Sea Dogs 2 wurde einige Monate zuvor umgeĂ€ndert, als Disney die Lizenz zum Spiel erwarb. In das Spiel wurden nachtrĂ€glich Elemente aus Fluch der Karibik eingearbeitet, wie das Auftreten der Black Pearl und einigen Skelettpiraten. Sonst gibt es keine Parallelen zum Film. Derweil hat Ubisoft ein Spiel mit dem Titel Fluch der Karibik â Die Legende des Jack Sparrow veröffentlicht, das sich unter anderem mit der Vorgeschichte zu Fluch der Karibik beschĂ€ftigt. In dem Spiel kommen auch im Film nicht gezeigte Szenen aus Jack Sparrows ErzĂ€hlungen vor, wie die Eroberung des Hafens von Nassau oder die Flucht von der einsamen Insel. Die Figur Jack Sparrow tritt neben seiner PrĂ€senz in offiziellen Fluch-der-Karibik-Spielen auch im Nachfolger des Videospiels Kingdom Hearts in Erscheinung, in welchem die Handlung des Films (in groben ZĂŒgen) thematisiert wird.
Am 18. November 2010 wurde LEGO Pirates of the Caribbean: Das Videospiel angekĂŒndigt. Das Spiel wurde im Mai 2011 veröffentlicht und deckt inhaltlich die ersten vier Filme ab. Das Spiel wurde von Travellerâs Tales entwickelt und erschien auch auf dem Nintendo 3DS, der damals neuen Konsole von Nintendo, mit dem man das Spiel auch in 3D spielen kann.cite-ref-10[10]
Zudem erschienen in der Vgs Verlagsgesellschaft auf der Handlung basierende BĂŒcher von Wolfgang und Rebecca Hohlbein. Die Kiddinx Entertainment GmbH veröffentlichte ein Hörspiel, das die Handlung in gekĂŒrzter Form wiedergibt. Hasbro brachte ein Brettspiel zum Film heraus.
In Deutschland lief die Free-TV-Premiere am 15. Oktober 2006 auf ProSieben. Diese verfolgten insgesamt 8,1 Millionen Zuschauer bei 24,8 Prozent Marktanteil, in der werberelevanten Zielgruppe waren es 5,99 Millionen bei 40,0 Prozent Marktanteil.cite-ref-11[11]
Synchronisation
Die Synchronisation ĂŒbernahm die Berliner Synchron GmbH Wenzel LĂŒdecke. Das Dialogbuch stammt von Lutz Riedel, der auch die Dialogregie fĂŒhrte.cite-ref-12[12]
| Darsteller | Deutscher Sprecher | Rollenname |
|---|---|---|
| Johnny Depp | Marcus Off | Captain Jack Sparrow |
| Orlando Bloom | Matthias Deutelmoser | Will Turner |
| Keira Knightley | Giuliana Jakobeit | Elizabeth Swann |
| Geoffrey Rush | Martin Umbach | Captain Hector Barbossa |
| Jack Davenport | Thomas Nero Wolff | Commodore James Norrington |
| Kevin McNally | Bert Franzke | Joshamee Gibbs |
| Jonathan Pryce | Lutz Riedel | Gouverneur Weatherby Swann |
| Lee Arenberg | Jan Spitzer | Pintel |
| Mackenzie Crook | Stefan Krause | Ragetti |
| Zoe Saldana | Tanja Geke | Anamaria |
| Giles New | Gerald Schaale | Murtogg |
| Angus Barnett | Stefan Fredrich | Mullroy |
| Isaac C. Singleton, Jr. | Tilo Schmitz | BoâSun |
| Treva Etienne | Erich RĂ€uker | Koehler |
| Michael Berry Jr. | Bernd Schramm | Twigg |
| Damian OâHare | Victor Neumann | Lt. Gilette |
| Vince Lozano | Peter Groeger | Jacobi |
| Trevor Goddard | Gerald Paradies | Grapple |
| Brye Cooper | Olaf Reichmann | Mallot |
Rezeption
Kritik
Fluch der Karibik wurde von der Kritik gut aufgenommen und als âĂberraschungs- und Sommerblockbusterâ gefeiert. Das spiegelt sich auch in den Auswertungen US-amerikanischer Aggregatoren wider. So erfasst Rotten Tomatoes ĂŒberwiegend positive Besprechungen und ordnet den Film dementsprechend als âVerbrieft Frischâ ein.cite-ref-rotten-tomatoes-13-1[13] Laut Metacritic fallen die Bewertungen im Mittel âGrundsĂ€tzlich Wohlwollendâ aus.cite-ref-metacritic-14-1[14]
Besonders Johnny Depps Darbietung als Captain Jack Sparrow und die Mischung aus Komödie und Abenteuerfilm wurden gewĂŒrdigt. So urteilte das Lexikon des internationalen Films: âIntelligenter Mantel-und-Degen-Film, der durch seine humorvoll-fantastische AtmosphĂ€re und ErzĂ€hlhaltung ebenso besticht wie durch seinen Hauptdarsteller, der seine Figur mit augenzwinkernder Ironie anlegt. FĂŒr Freunde des Genres bietet der Film höchst vergnĂŒgliche Unterhaltung.â Die Tatsache, dass der Film auf einer Disney-Attraktion basierte, sorgte fĂŒr Verwirrung. So war dies fĂŒr Mick LaSalle vom San Francisco Chronicle ein Anzeichen fĂŒr die geringe Anzahl an guten Ideen in der Filmbranche. Er schrieb: âIst das ein Zeichen fĂŒr die Apokalypse? Nein, aber es deutet auf den Mangel an Inspiration und weist auf einen Film hin, der gĂ€nzlich aus OberflĂ€che gebildet und mit Luft gefĂŒllt ist.âcite-ref-lasalle-19-0[19]
Der Publikumszuspruch bleibt hoch. So vergaben US-Kinobesucher einen sehr guten CinemaScore von A entsprechend der deutschen Schulnote 1.cite-ref-cinemascore-16-1[16] AuĂerdem setzen die Nutzer der Filmdatenbank IMDb Fluch der Karibik auf Platz 218 ihrer Top 250 beliebtesten Filme.cite-ref-20[20]
Handlung
An der Handlung wurde einerseits bemĂ€ngelt, dass sie unlogische Elemente enthalte, und andererseits, dass sie zu viele Wechsel habe, was den Film unnötig in die LĂ€nge ziehe. Nach der Meinung des Filmkritikers Roger Ebert seien die KĂ€mpfe mit den Untoten der gröĂte Fehler des Films. In seinen Augen seien die Gefechte zwischen den untoten Piraten und den Soldaten Port Royals sinnlos. Die Untoten mĂŒssten von vornherein als Sieger feststehen, da sie nicht sterben könnten und insofern so lange kĂ€mpfen könnten, bis die lebenden Truppen besiegt wĂ€ren. Dies war einer der GrĂŒnde, weshalb Ebert die Handlung als âschwachsinnigâ bezeichnete.cite-ref-ebert-18-1[18] Ed Park fragte im Pittsburgh Tribune: âWie viele Verzögerungen und Umleitungen kann man in einem Film unterbringen?âcite-ref-park-21-0[21] Er kritisierte damit die Vielzahl der KĂ€mpfe und inhaltlichen Wechsel. FĂŒr Ty Burr vom Boston Globe war der Film schick, wenngleich er einen zunehmend verwirrenden Plot habe.cite-ref-burr-22-0[22]
Ebert störte auch die LĂ€nge des Films, er schrieb, der Film fĂŒhle sich an, als enthalte er bereits eine Fortsetzung.cite-ref-ebert-18-2[18] Der Filmkritiker James Berardinelli sah dies Ă€hnlich. Der Film sei gut 30 Minuten zu lang. Die langwierigen KĂ€mpfe mit den Untoten, die nicht getötet werden könnten, wiederholten sich. Der Film als Ganzes bereite jedoch soliden SpaĂ.cite-ref-berardinelli-17-1[17]
Darsteller
Die Darsteller von Fluch der Karibik wurden von der Kritik insgesamt gelobt. Besonders Johnny Depps Darstellung des exzentrischen SeerĂ€ubers Captain Jack Sparrow wurde gewĂŒrdigt. Mick LaSalle Ă€uĂerte, er sehe Depp und Rush gerne zu, und Orlando Bloom sei die Netter-Junge-von-nebenan-Rolle vertraut, in deren Grenzen er sich bewege. Keira Knightley mache ihre Sache gut, und es ĂŒberraschte, dass sie erst 18 Jahre alt sei.cite-ref-lasalle-19-1[19] Roger Ebert war von Knightleys Darstellung der Elizabeth Swann hingegen nicht so begeistert. In seinen Augen erzeuge sie nicht genug Feuer, welches erklĂ€re, weshalb diese SĂ€belrassler ihr Leben fĂŒr sie riskieren wĂŒrden. Bloom sei allerdings eine gute Besetzung, und Ebert fĂŒgte hinzu, Bloom habe das klassische Profil eines Stummfilm-Stars. BezĂŒglich Depps Interpretation Jack Sparrows schloss er sich der ĂŒberwiegenden Ansicht an. âMan kann sagen, dass seine Darstellung in jedem Atom originell ist. Es hat noch nie einen Piraten oder ein menschliches Wesen gegeben wie dieses in diesem Film.âcite-ref-ebert-18-3[18] Berardinelli geht gar so weit zu sagen, Fluch der Karibik gehöre Johnny Depp.cite-ref-berardinelli-17-2[17]
Running Gag
Zu einem wiederkehrenden komödiantischen Teil werden die beiden etwas vertrottelten Piraten Pintel und Ragetti, verkörpert durch Lee Arenberg und Mackenzie Crook. Ragetti muss dabei wiederholt um sein Holzauge kĂ€mpfen, welches spĂ€ter im dritten Teil zu einem SchlĂŒsselelement wird.
Klischees
Der Film liefert klassische Piratenfilmklischees, was jedoch von den meisten Kritikern nicht bemĂ€ngelt wurde. Der Boston Globe war von den Duellen im Takelwerk, den Breitseiten zu See, Papageien, Planken und Grog begeistert und merkt anerkennend an, dass auch genretypische Ausrufe wie âArrrrâ in dem Film vorkommen.cite-ref-burr-22-1[22] Woran viele Piratenfilme der Vergangenheit gescheitert waren, machte sich Fluch der Karibik zunutze. So urteilten auch die Kinokritiker von Bayern 3, dass die Geschichte kaum ein bekanntes Motiv auslasse, aber fast immer einen neuen Kniff finde, dieses darzustellen. Diese FlexibilitĂ€t gegenĂŒber anderen Piratenfilmen zeige, dass sich der Film auf angenehme Weise selbst nicht ernst nehme. Auch Ă€uĂerten sich die Bayern-3-Kritiker zu typischen Hollywood-Klischees: âDer Grundton von âFluch der Karibikâ Ă€hnelt manchmal klassischem Hollywood, dann wieder in all seiner offenkundigen Selbstironie postmodernem Zitatenspiel.âcite-ref-bronline-23-0[23] Ăhnlich urteilte auch die United States Conference of Catholic Bishops: Es handle sich um eine âselbstparodierende Geschichteâ.cite-ref-usccb-24-0[24]
Auszeichnungen
Fluch der Karibik war bei der Oscarverleihung 2004 fĂŒr fĂŒnf TrophĂ€en nominiert, unter anderem Johnny Depp als bester Hauptdarsteller, ging aber in allen Kategorien leer aus.
Bei den Golden Globes erhielt Fluch der Karibik eine Nominierung. Auch hier fĂŒr Johnny Depp, allerdings musste er sich in der Kategorie Bester Hauptdarsteller in einer Komödie oder einem Musical Bill Murray geschlagen geben.
Der Film wurde in elf Kategorien (Hauptdarsteller, Nebendarsteller, Nebendarstellerin, Regie, Fantasyfilm, beste DVD-Special-Edition-Veröffentlichung, Make-up, Spezialeffekte, Musik, KostĂŒme und Keira Knightley fĂŒr den Cinescape Genre Face of the Future Award) fĂŒr den Saturn Award nominiert, wobei einzig Penny Rose fĂŒr die besten KostĂŒme ausgezeichnet wurde.
Den britischen Filmpreis BAFTA Award nahmen Ve Neill und Martin Samuel fĂŒr das beste Make-up entgegen. In den Kategorien Hauptdarsteller, KostĂŒme, Spezialeffekte und Ton erhielt Fluch der Karibik Nominierungen, die keine Auszeichnungen nach sich zogen.
AuĂerdem gewannen Keira Knightley und Orlando Bloom in den Kategorien Best Liplock und Best Chemistry beim Teen Choice Award.
Johnny Depp erhielt insgesamt 16 Nominierungen fĂŒr verschiedene Filmpreise, darunter neben zahlreichen als bester Hauptdarsteller auch fĂŒr den MTV Movie Award zusammen mit Orlando Bloom in der Kategorie Beste Action-/Kampfsequenz. In sieben Kategorien konnte er eine Auszeichnung entgegennehmen. Dazu zĂ€hlt unter anderem die Auszeichnung der Schauspielergilde, der Screen Actors Guild Award.
Fortsetzungen
â
Hauptartikel
:
Pirates of the Caribbean
Bisher wurden vier Fortsetzungen veröffentlicht. Pirates of the Caribbean â Fluch der Karibik 2 erschien am 7. Juli 2006 in den Vereinigten Staaten und am 27. Juli in Deutschland. Der dritte Teil Pirates of the Caribbean â Am Ende der Welt lief am 24. Mai 2007 in den amerikanischen und deutschen Kinos an. Am 19. Mai 2011 kam ein vierter Teil, Pirates of the Caribbean â Fremde Gezeiten, in die deutschen Kinos, nachdem er am 7. Mai in den Vereinigten Staaten Premiere gehabt hatte.cite-ref-25[25]cite-ref-26[26] Insgesamt spielten die ersten vier Teile weltweit bis jetzt mehr als 3,7 Milliarden US-Dollar (3,2 Mrd. Euro; 3 Mrd. Schweizer Franken) ein.
Der fĂŒnfte Teil Pirates of the Caribbean: Salazars Rache (Pirates of the Caribbean: Dead Men Tell No Tales)cite-ref-27[27] war fĂŒr Sommer 2015 geplant. Aufgrund geforderter VerĂ€nderungen am Skript und des Misserfolgs von Lone Ranger wurde dieser Termin jedoch verworfen.cite-ref-delay-28-0[28] Stattdessen kam der Film im Mai 2017 ins Kino.cite-ref-29[29]
Literatur
⹠Rebecca und Wolfgang Hohlbein: Fluch der Karibik. Der Roman zum ersten Kinofilm. 1. Auflage. Vgs, Köln 2006, ISBN 3-8025-3540-5, S. 251.
âą Richard Platt und Glenn Dakin: Fluch der Karibik â Das groĂe Piratenhandbuch. Eine Reise in die Welt des Jack Sparrow. 1. Auflage. Vgs, Köln 2007, ISBN 978-3-8025-3617-5, S. 93 (englisch: Pirates of the Caribbean â The Essential Guide. Ăbersetzt von Bettina Oder).
Weblinks
Commons
: Fluch der Karibik
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikiquote: Fluch der Karibik
â Zitate
âą Fluch der Karibik bei IMDb
âą Fluch der Karibik in der Online-Filmdatenbank
âą Fluch der Karibik bei prisma
Einzelnachweise
cite-note-fsk-11. Freigabebescheinigung fĂŒr Fluch der Karibik. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, Juni 2004 (PDF; PrĂŒfÂnummer: 94 975 V/DVD).
cite-note-jmk-22. Alterskennzeichnung fĂŒr Fluch der Karibik. JugendmedienÂkommission.
cite-note-soundtrack-net-interview-66. â Dan Goldwasser: Interview. In: soundtrack.net. 26. September 2006, abgerufen am 20. Oktober 2016.
cite-note-77. â Daniel Schweiger: Audio: On The Score With Hans Zimmer. In: Film Music Magazine. 16. Mai 2011, abgerufen am 20. Oktober 2016.
cite-note-99. â Pirates of the Caribbean: The Curse of the Black Pearl auf Box Office Mojo, abgerufen am 14. Dezember 2021.
cite-note-1212. â Fluch der Karibik. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 27. Mai 2017.
cite-note-rotten-tomatoes-1313. Fluch der Karibik. In: Rotten Tomatoes. Fandango, abgerufen am 15. Januar 2026 (englisch, aggregiert aus 216 Kritiken).
cite-note-metacritic-1414. Fluch der Karibik. In: Metacritic. Abgerufen am 15. Januar 2026 (englisch, aggregiert aus 40 Kritiken).
cite-note-153. Jeremy Wheeler: Kritik zu Fluch der Karibik (Memento vom 1. August 2016 im Internet Archive) bei AllMovie (englisch)
cite-note-berardinelli-1717. James Berardinelli: Pirates of the Caribbean: The Curse of the Black Pearl, A film review by James Berardinelli. reelviews.net
cite-note-ebert-1818. Roger Ebert: Pirates of the Caribbean: The Curse of the Black Pearl. Chicago Sun-Times, 9. Juli 2003
cite-note-lasalle-1919. â Mick LaSalle: Treasure chest of effects can't save 'Pirates' ' two-bit story. San Francisco Chronicle, 9. Juli 2003
cite-note-park-2121. â Ed Park: Sluggish pace sinks âPiratesâ. Pittsburgh Tribune, 9. Juli 2003
cite-note-burr-2222. â Ty Burr: âPiratesâ turn a Disneyland attraction into a high-seas hilarity. Boston Globe, 9. Juli 2003
cite-note-bronline-2323. â Bayern 3, Film im Bayerischen Fernsehen (Memento vom 24. Januar 2009 im Internet Archive)
cite-note-usccb-2424. â USCCB (Film & Broadcasting) (Memento vom 24. April 2012 im Internet Archive)
cite-note-2525. â Disney.de: Offizielle Seite zu âPirates of the Caribbean â Am Ende der Weltâ (Memento vom 16. Dezember 2010 im Internet Archive), abgerufen am 27. MĂ€rz 2011
cite-note-2626. â "Fluch der Karibik 4" ohne Verbinski. In: Cinema. Hubert Burda Media, 16. April 2018, abgerufen am 28. Juni 2023.
cite-note-delay-2828. â Kim Masters: âPirates of the Caribbean 5â Delayed Beyond Summer 2015. In: The Hollywood Reporter. 10. September 2013, abgerufen am 10. September 2013 (englisch).